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- Introduction
- Eine Begriffsbestimmung
- Warum sollten Sie international tätig werden?
- Profitiert jeder von der Internationalisierung?
- Welche sind die Hauptgründe für die Internationalisierung von Freiwilligenorganisationen?
- Aufbau strategischer Partnerschaften
- Verschiedene Beispiele für internationalisierte Freiwilligenorganisationen
- Erklärung: Vorteile und Risiken der Internationalisierung
- Durchführung einer SWOT-Analyse
- Entscheidung für ein bestimmtes Land
- Multi-Inlands-Strategie
- Globale Strategie
- Transnationale Strategie
- Comparative analysis
- Quiz
- Externe Quellen
Welche sind die Hauptgründe für die Internationalisierung von Freiwilligenorganisationen?
Die Globalisierung hat zahlreichen Volkswirtschaften die Chance auf Wachstum gebracht, indem Netzwerke zwischen Unternehmen geschaffen und benötigte Ressourcen durch eine Art Austausch zwischen verschiedenen Ländern zur Verfügung gestellt wurden. Dennoch hat sie ebenfalls Ungleichheiten hervorgebracht, denn unterentwickelte Länder mussten zusehen, wie sich reichere Länder ihre Ressourcen zunutze gemacht haben, ohne faire Preise zu erzielen oder sich mit diesen Handelsgeschäften Vorteile zu sichern. Dies führte zu einem Anstieg der Armut in bereits armen Regionen, wodurch die politischen Institutionen dieser Länder geschwächt wurden, welche, in den meisten Fällen, die eigene Bevölkerung nicht mit den benötigten Grund-Dienstleistungen zu versorgen. Hier spielen Freiwilligenorganisationen eine Rolle.
Wie die Forscherinnen Betty Plewes und Rieky Stuart festgestellt haben, “senden Organisationen Freiwillige, die an Programmen zur Armutsbekämpfung, zur Förderung der sozialen Gerechtigkeit und/oder Friedenssicherung teilnehmen. Sie bestimmen Partnerorganisationen, oftmals innerhalb der Zivilgesellschaft oder manchmal ebenfalls im öffentlichen oder privaten Sektor, die die Freiwilligen empfangen. Oftmals liegt dabei ein bemerkenswerter Fokus auf der Übermittlung bestimmter Skills sowie in der Stärkung der Organisationsfähigkeit.“
Foto von bennett tobias auf Unsplash
In der vorangehenden Einheit zur Begriffsbestimmung, stellten wir fest, dass folgende Definition das Phänomen der Internationalisierung gut beschreibt: „Die Internationalisierung von Organisationen/Unternehmen ist das Ergebnis der Umsetzung mehrerer verschiedener Strategien, die die Ressourcen und Kapazitäten der jeweiligen Organisation/des Unternehmens, sowie ihre eigenen Möglichkeiten (und Gefahren) in ihrem internationalen Umfeld berücksichtigen, mit dem Ziel, ihre Tätigkeit ganz oder teilweise in dieses internationale Umfeld zu verlagern, wodurch verschiedene Arten von Strömen (Wissen, Ressourcen, Finanzen…) zwischen den beteiligten Ländern entstehen.“
Wenn wir versuchen, dieses Thema zu vertiefen und dabei Artikel und Informationen zu demselben sammeln, sehen wir, dass es ausschließlich der Wirtschaft vorbehalten zu sein scheint: Der Internationalisierung von Unternehmen. Der Grund dafür ist, dass weltweit Forscher und Professoren dieses Thema tiefgehend analysiert haben, jedoch nur mit Bezug auf die Wirtschaft, den Handel und Unternehmen. Das Fehlen von Ressourcen (sei es Rohmaterial, Kunden, Märkte etc.) und der Wille, stets wachsen zu wollen, rückt eine Menge Unternehmen in Richtung Internationalisierung. Also, warum sollten Freiwilligenorganisationen an der Internationalisierung interessiert sein? Wie lauten ihre Interessen? Wonach suchen sie?
Foto von Nareeta Martin auf Unsplash
Freiwilligenorganisationen unterscheiden sich von Unternehmen, sowohl hinsichtlich ihrer Interessen, als auch ihrer Ziele, da ihre Fähigkeit, zu wachsen nicht so sehr von internen Ressourcen abhängt, sondern von ihrer Fähigkeit, Verknüpfungen mit Leuten und anderen Organisationen herzustellen und aufrechtzuerhalten, um so mehr Spenden und andere Gelder zu erhalten, mit welchen die Einrichtungen verbessert und die eigene Aktivität verstärkt werden kann. Wie in anderen Einheiten gezeigt, führt dies dazu, dass für Freiwilligenorganisationen, die bereit sind, sich in anderen Ländern zu verbreiten, erhöhte Kosten bei der Suche nach Geldern und neuen Spendern und beim Verwalten dieser neuen Gelder entstehen. Nichtsdestotrotz wird das in diesem Prozess entstandene Netzwerk an Spendern und Partnern die Kosten reduzieren und für leistungsstärkere Ressourcenquellen sorgen, sobald eine Organisation einen beachtlichen Grad an Internationalisierung erreicht hat, wodurch ihre Fähigkeit zur Durchführung ihrer Tätigkeit oder ihres Zwecks verbessert wird.
Andererseits suchen Freiwilligenorganisationen neue Chancen, ihre Tätigkeit einzubringen und nützlich zu sein. Eine internationale Organisation zu werden, öffnet deshalb die Tür zu einer großen Vielzahl von unterentwickelten Regionen, die über keine starken Institutionen verfügen, die dieselben Dienst- und Hilfeleistungen liefern wie ebendiese Organisationen es können. Die Freiwilligenorganisationen werden nach Regionen suchen, die ihre Tätigkeit benötigen, sowie nach der Eignung für die Durchführung eines internationalen Projekts (Spender, Freiwillige, politische Stabilität…).
Das folgende Diagramm zeigt den Wachstumsprozess der Internationalisierung, wobei jeder der Kreise einen Grund für die Internationalisierung darstellt:
Wie wir sehen können, gibt es verschiedene Gründe, weshalb Organisationen internationalisieren sollten, welche außerdem miteinander in einer Beziehung stehen. Es handelt sich um einen komplexen Prozess, der verschiedene Akteure und Faktoren beinhaltet und jeder Schritt den folgenden erst ermöglicht. Das Erste, was passiert, wenn Organisationen ein Projekt in einem anderen Land beginnen, ist die exponentielle Steigung der eigenen Sichtbarkeit und Anerkennung, da eine Menge von Leuten die Organisation, ihren Zweck und ihre Mitglieder kennenlernen. Dies führt zur Schaffung eines neuen Netzwerks, das aus Einwohnern dieses Landes oder anderen Organisationen mit einem ähnlichen oder ergänzenden Zweck besteht. Dieses Netzwerks wird im Internationalisierungsprozess der Schlüssel zum Erfolg sein, da es die Hilfe und Unterstützung liefert, die benötigt werden, um die im Prozess enthaltenen Risiken für Organisationen zu überwinden.
Neue potentielle Spender und andere Geldgeber werden dank dieses Netzwerks und der durch den Prozess entstandenen Sichtbarkeit auftauchen. Dies ist ein für den Prozess entscheidender Faktor, da er benötigt wird, um die Zusatzkosten zu bewältigen, die die Internationalisierung zu Beginn mit sich bringen wird. Die unmittelbare Folge davon ist der Zugang zu neuen Ressourcen, besseren Einrichtungen und einer effizientere Nutzung derselben.
Dieser Prozess wird damit enden, dass Ihre Organisation verstärkt die Fähigkeit entwickeln wird, ihre Tätigkeit anzubieten und ihren Zweck zu erfüllen. Dies ist die wichtigste Konsequenz und gleichzeitig der Hauptgrund dafür, weshalb Organisationen international tätig werden sollten: Um ihre Auswirkung auf die Zielgruppe zu verstärken und umso mehr zu den angestrebten Zielen beizutragen.
Für einen detaillierteren Ansatz, weshalb Ihre Organisation internationalisieren sollte, können Sie in Lerneinheit 2 nachsehen. Eine detailliertere Analyse der Nutzen und Risiken bei der Internationalisierung finden Sie in Lerneinheit 3.
Foto von Capturing the human heart. auf Unsplash